Die Idee
Die Stiftung
Die Künstler

 

 

Unmittelbar hinter dem Haupteingang, auf der begrünten Aue zwischen den Klinikbauten, trifft der Besucher auf eine sechsteilige Figurengruppe von Dietrich Klinge. In ihrer Anordnung zueinander erinnert sie an eine Zusammenkunft, doch der Grund dafür bleibt ebenso rätselhaft, wie die Gestalten an sich: sie leben und faszinieren in ihrer ambivalenten Erscheinung. Denn trotz ihrer Bodenständigkeit und monumentalen Größe wirken die einzelnen Skulpturen beizeiten verletzlich, nachdenklich, sanftmütig oder auch stolz und unnahbar.
Durchaus ambivalent ist auch deren Formgebung, wenn der Bildhauer Dietrich Klinge ihre bewegte, teils expressive Haltung nach der Natur zu formen scheint und zugleich archaische Bildfindungen und grob geschnitzte Masken mit teils überlangen Gliedmaßen vereint. Die Liste der Assoziationen ist lang und lediglich eine ist in ihnen die skulpturale Übersetzung malerischer Vorlagen von Georges Braque und Picasso zu sehen.
Doch die Werke Dietrich Klinges sind ganz und gar originär. Es beginnt schon mit ihrer materiellen Beschaffenheit: aus Bronze gegossen bleibt deren ursprüngliche Materialität der aus Holz gehauenen Figuren in deren Oberflächen sichtbar. Und auch dieses widersprüchliche Aufeinandertreffen der augenscheinlich hölzernen Spuren in der robusten Bronze fördert die Wirkung der Figuren in ihrer Betrachtung maßgeblich: Insbesondere im wechselvollen Spiel des Tageslichts und der Jahreszeiten und ihrem sich dadurch lebhaft verändernden Ausdruck. Die Figurengruppe lädt regelrecht dazu ein, in ihre Mitte zu treten, den Blick schweifen zu lassen und sich eine Gestalt, abhängig von eigener Stimmung und Gedanken, für einen inneren Dialog herauszusuchen.

 
„Agora“
Ensemble von 6 grossen Skulpturen von Dietrich Klinge